Fred Düren - Progress Starfotokarte
Foto: Herbert Blunck

Fred Düren

* 02.12.1928, Berlin
† 02.03.2015, Jerusalem
(Israel)

Fotos

Biographie

"Witz, Intelligenz, feines rhythmisches Empfinden und eine wandlungsfähige, vielfarbige Stimme - das sind die Kunstmittel Fred Dürens, mit denen er immer wieder verblüfft, in jeder Rolle ein anderer ist und doch zugleich jeder Rolle seinen unverwechselbaren Typus aufprägt.", schreibt Christoph Funke 1966 in seinem Beitrag über den großen Charakterdarsteller, der 30 Jahre lang zu den wichtigen Protagonisten des Deutschen Theaters zählt.
Seinen Anfang nimmt der künstlerische Weg des Berliner Arbeiterjungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs: 1945-47 besucht Düren die Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. Das erste Engagement hat er in Potsdam. Ludwigslust, Wismar und Schwerin lauten die darauf folgenden Bühnenstationen. Mit den frühen 50er Jahren kehrt er wieder in seine Geburtsstadt zurück, wo er zunächst für einige Zeit in Brechts namhaftem Berliner Ensemble spielt. Von 1958 bis 1988 ist er schließlich auf der Bühne des traditionsreichen Deutschen Theaters zu erleben. Schon früh offenbart sich das große schauspielerische Talent Dürens, der "mit äußerster Einfachheit der Mittel diffizilste Wirkungen zu erreichen" vermag (Christoph Funke, 1966). Auf diese Weise meistert er die bedeutenden Rollen der Weltdramatik, ist durch seine individuelle Menschengestaltung und vitale Überzeugungskraft anspruchsvollen Aufgaben wie dem Woyzeck, Tartüff, Ödipus, Faust und Lear gewachsen. Weitere Erfolge feiert er u.a. als Trygaios im "Frieden", als Shylock im "Kaufmann von Venedig" oder als Paris in der Operette "Die schöne Helena".
Mitte der 50er Jahre beginnt Dürens Wirken vor der Kamera. Im antifaschistischen DEFA-Streifen "Sie nannten ihn Amigo" (1959) macht er mit seiner ergreifenden Darstellung des verfolgten Kommunisten Pepp auf sich aufmerksam. Andere beachtenswerte Leistungen in Kinoproduktionen schließen sich an. So sind hier vor allem seine Verkörperung des "fliegenden Holländers" (1964), des Ernst Barlach in "Der verlorene Engel" (1966) oder des Grünstein ("Die Grünstein-Variante", DDR/BRD 1985) zu nennen. Neben seiner intensiven Theaterarbeit und der Tätigkeit für den Film, ist der Kunst- und Nationalpreisträger bald auch auf dem Fernsehbildschirm vorzufinden, wo er z.B. als kriecherischer Hausmeister Emil Borkhausen in der dreiteiligen Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein" (TV, 1970) oder als der aus der Haft heimgekehrte und nun aufs Neue des Mordes verdächtigte "Mann" in der gleichnamigen "Polizeiruf"-Folge von 1975 und nicht zuletzt als mürrischer Taxifahrer im verbotenen Kurzfilm "Monolog für einen Taxifahrer" (TV, 1963) glänzt. Außerdem ist Düren aktiver Sprecher für Hörspiel und Synchron, leiht beispielsweise seinem tschechischen Kollegen Jiří Vršťala desöfteren seine Stimme.
In den 80er Jahren tritt der Künstler, der ab 1949 mehrere Jahre mit Irmgard Düren verheiratet ist, zum jüdischen Glauben über, verabschiedet sich vom Schauspielerberuf und lebt seitdem in Israel. Nur gelegentlich gastiert er noch mit Lesungen (zum Teil religiöser Stoffe) in Berlin.

(Team Zutz - Quellen u.a.: Unsere Filmsterne; Schauspieler, Ausgabe 1966; Filmschauspieler A-Z; Das große Lexikon der DDR-Stars; Internet)

Filmographie (Auswahl)

Jahr

Filmtitel

Rolle

1957

Sheriff Teddy

Konsumpacker

1958

Das Lied der Matrosen

Major Mörs

1959

Sie nannten ihn Amigo

Peter Grosse, "Pepp"

1960

Toter Winkel (TV)

Francois

1960

Hatifa

Zadok

1960

Was wäre, wenn...?

Regisseur Binz

1960

Fünf Patronenhülsen

Francooffizier

1961

Der Traum des Hauptmann Loy

Rex Martin

1962

Das grüne Ungeheuer (TV)

Oberst Castillo Larbas

1962

Minna von Barnhelm

Riccaut

1963

Monolog für einen Taxifahrer (TV)

Taxifahrer

1964

Mir nach, Canaillen!

Leutnant Lübbenau

1964

Der fliegende Holländer

der Holländer

1966

Der verlorene Engel

Ernst Barlach

1970

Junge Frau von 1914 (TV)

Hugo Wahl

1970

Netzwerk

Ragosch

1970

Jeder stirbt für sich allein (TV)

Emil Borkhausen

1971

Goya (DDR/UdSSR)

Esteve

1971

Der kleine und der große Klaus (TV)

kleiner Klaus

1974

Orpheus in der Unterwelt

Styx

1975

Polizeiruf 110: Der Mann (TV)

Franz Werker

1977

Polizeiruf 110: Kollision (TV)

Dr. Rudolf Boelssen

1978

Fleur Lafontaine (TV)

Eberhard Lafontaine

1980

Solo Sunny

Arzt

1980

Levins Mühle

Prediger Feller

1983

Der Aufenthalt

General Eisensteck

1985

Die Grünstein-Variante (DDR/BRD)

Grünstein

1987

Käthe Kollwitz - Bilder eines Lebens

Karl Kollwitz

Fotos

Als Lanz in Shakespeares "Zwei Herren aus Verona", Deutsches Theater Berlin 1963 (100 Jahre Deutsches Theater Berlin 1883-1983) Als Jepichodow in Anton Tschechows "Der Kirschgarten" mit Friedo Solter und Elsa Grube-Deister, Deutsches Theater Berlin 1961 (100 Jahre Deutsches Theater Berlin 1883-1983)
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